Liedmatinee und Vernissage
Der Liederzyklus „Herbstreise“ nach Texten von Rainer Maria Rilke, Christine Lavant und Heimito von Doderer ist in mehrfachem Sinne eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler: Anstoß, Impuls und Gedankenaustausch, Komposition und Interpretation sowie letztendlich die Manifestation der musikalischen Gedanken in Bilder waren und sind die Stationen dieser „Herbstreise“. Herbert Lipperts Bilder erweitern Eduard Kutrowatz’ Komposition um eine visuelle Ebene und machen die Uraufführung zu einem Gesamtkunstwerk — ganz im Sinne Franz Liszts, dessen Idee der Programmmusik hier eine zeitgenössische Fortführung erfährt.
Herbert Lippert verbindet in seinem künstlerischen Schaffen zwei Ausdrucksformen, die für ihn untrennbar zusammengehören: Gesang und Malerei. Was auf der Bühne als Klang entsteht, findet in seinen Bildern eine farbliche und gestische Entsprechung. Musik wird sichtbar, Farbe wird hörbar — eine Symbiose, in der Stimme, Linie, Bewegung und Emotion zu einem gemeinsamen künstlerischen Ausdruck verschmelzen.
Eduard Kutrowatz vereint in seiner musikalischen Persönlichkeit zwei weitere Perspektiven kreativen Wirkens: jene des Pianisten und jene des Komponisten. Die jahrzehntelange intensive Auseinandersetzung mit den Meisterwerken der Musik wird für ihn nun zum Ausgangspunkt eigener kompositorischer Ideen. Interpretation und schöpferisches Gestalten sind zwei Seiten derselben künstlerischen Persönlichkeit.
Endre Steger wurde 2001 in Wien geboren und mit zwölf Jahren in die Hochbegabtenklasse der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommen. Seit 2018 ist er Schüler des renommierten Solisten István Várdai in Wien. Kammermusikalisch erhält er Unterricht von Prof. Stefan Mendl in Wien und Prof. Márta Gulyás an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest.
In der Kategorie Violoncello Solo gewann er beim österreichischen Bundeswettbewerb „prima la musica“ in den Jahren 2014, 2016 und 2018 jeweils den Ersten Preis und den Sonderpreis der Jury und trat danach als Solist im Auditorium Grafenegg auf. Er ist zudem Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, zuletzt der „International Clara Schumann Competition“, wo er den Ersten Preis gewann.
Als Solist trat er im März 2024 mit dem Ungarischen Radio-Symphonieorchester im großen Saal der Budapester Franz-Liszt-Akademie auf, wo er Respighis Adagio con variazioni spielte. Außerdem spielte er das Doppelkonzert von Brahms mit dem Concerto Budapest Orchester und trat im Mai 2024 gemeinsam mit Plácido Domingo im Palast der Künste (Müpa Budapest) auf.
2024 gewann Endre Steger das Probespiel für die Akademiestelle der Wiener Philharmoniker und arbeitet seitdem auf Konzertreisen in Asien, den USA und Europa mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Riccardo Muti und Andris Nelsons zusammen.
Er ist auch ein begeisterter Kammermusiker und debütierte 2025 sowohl im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins als auch beim Lucerne Festival. Im selben Jahr gewann er den 1. Preis beim Leitermeyer-Wettbewerb der Wiener Philharmoniker-Akademie. Er spielt auf einem Violoncello von Nicolas François Vuillaume aus dem Jahr 1855.